Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ an der Vorderseite des Halses – doch ihre Bedeutung für unseren Körper ist enorm. Sie produziert lebenswichtige Hormone, die nahezu alle Körperfunktionen beeinflussen: den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, die Temperaturregulation, die Konzentrationsfähigkeit und sogar die Stimmung. Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, hat das oft weitreichende Folgen.
Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Mit einem Test bestimmen wir die relevanten Blutwerte und decken somit Funktionsstörungen auf.
Kosten eines Ultraschalls der Schilddrüse (Sonographie)
GOP | Ultraschall der Schilddrüse | Grundgebühr | Faktor | Summe |
417 | Untersuchung der Schilddrüse | 12,24 € | x2,3 | 28,15 € |
401 | zzgl. Farbduplexverfahren | 23,31 € | x1,0 | 23,31 € |
1 | Ärztliche Beratung | 10,72 € | X2,3 | 10,72 € |
Summe | 51,46 € | |||
Zeitplan:
Ihr Test-Ergebnis erhalten Sie in der Regel innerhalb von 12-24 Stunden.
Checkliste:
Auf die Durchführung dieses Tests müssen Sie sich nicht vorbereiten. Auch eine Nahrungskarenz ist nicht nötig.
Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?
Die Schilddrüse bildet zwei wichtige Hormone: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Hormone steuern unter anderem:
- den Energieverbrauch des Körpers
- die Körpertemperatur
- den Herzschlag
- die Muskelkraft
- die Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit
- das Wachstum bei Kindern, sowie geistige und seelische Entwicklung
Gesteuert wird die Schilddrüse durch ein weiteres Hormon namens TSH, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird. TSH wirkt wie ein „Befehl“ an die Schilddrüse, mehr oder weniger Hormone zu produzieren – je nachdem, was der Körper gerade braucht.
Schilddrüsenhormone beeinflussen den ganzen Körper
Die Schilddrüsenhormone wirken wie eine zentrale Steuereinheit im Körper – fast jedes Organ reagiert auf ihre Signale. Gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, bringt das den gesamten Organismus durcheinander.
Bei einer Unterfunktion verlangsamen sich viele Prozesse: Das Herz schlägt langsamer, die Verdauung wird träge, man friert schneller und fühlt sich müde oder depressiv. Umgekehrt kann eine Überfunktion zu Herzrasen, Schlafstörungen, innerer Unruhe oder Gewichtsverlust führen. Auch Fruchtbarkeit, Zyklus und Libido können betroffen sein – selbst die Knochendichte und die Cholesterinwerte hängen mit einer gesunden Schilddrüsenfunktion zusammen.
Deshalb ist es so wichtig, Störungen frühzeitig zu erkennen – denn selbst kleine Abweichungen können auf Dauer große Auswirkungen haben.
Typische Symptome einer
Eine Störung der Schilddrüsenfunktion kann sich auf sehr unterschiedliche Weise zeigen. Gerade bei einer Unterfunktion werden die Symptome häufig mit Stress oder dem Älterwerden verwechselt – dabei liegt die Ursache möglicherweise in einer nicht erkannten Schilddrüsenerkrankung. Häufige Beschwerden bei Unter- und Überfunktionen sind:
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose):
- Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung
- Gewichtszunahme
- Kälteempfindlichkeit
- depressive Verstimmungen
- Verstopfung
- trockene Haut und Haarausfall
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose):
- Nervosität und Schlaflosigkeit
- Gewichtsverlust
- Hitzewallungen
- Reizbarkeit und Unruhe
- Durchfall
- Zittern und Herzrasen
Hashimoto-Thyreoiditis
Die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis – eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse angreift. Die Folge ist eine chronische Entzündung, durch die das Gewebe nach und nach zerstört wird.
Besonders betroffen sind Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Viele leiden jahrelang unter unspezifischen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen oder Gewichtszunahme, ohne zu wissen, dass die Schilddrüse die Ursache ist.
Morbus Basedow
Eine weitere häufige Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist Morbus Basedow. Dabei bildet das Immunsystem Antikörper gegen den TSH-Rezeptor, was zu einer dauerhaften Stimulierung der Schilddrüse und in der Folge zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) führt.
Typische Symptome sind Nervosität, Schlafstörungen, Gewichtsverlust trotz Heißhunger, Herzrasen sowie ein Wärmegefühl oder vermehrtes Schwitzen. Auffällig sind oft auch ein vergrößerter Hals (Kropf) und bei einigen Patient:innen hervortretende Augen (endokrine Orbitopathie). Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, und nicht selten tritt Morbus Basedow familiär gehäuft auf – was auf eine genetische Veranlagung hinweist.
Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion wird zunächst der sogenannte TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) bestimmt. Dieser Wert gibt einen ersten, zuverlässigen Hinweis darauf, ob eine Funktionsstörung der Schilddrüse vorliegen könnte.
Bei auffälligen TSH-Werten ist eine weiterführende Untersuchung notwendig. In diesem Fall werden die freien Schilddrüsenhormone fT3 (freies Trijodthyronin) und fT4 (freies Thyroxin) analysiert. Diese Hormone liefern genauere Informationen über die Stoffwechselaktivität der Schilddrüse und ermöglichen eine gezieltere Einschätzung, ob eine Überfunktion (Hyperthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose) besteht.
Bei erweiterten Fragestellungen:
In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, zusätzlich spezifische Autoantikörper im Blut zu bestimmen. Diese liefern Hinweise auf mögliche autoimmune Schilddrüsenerkrankungen und hilft, die Ursache einer Funktionsstörung genauer einzugrenzen und eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten:
- Anti-TPO-Antikörper (auch: TPO-AK oder APO-AK):
Antikörper gegen das Enzym Thyreoperoxidase. Erhöhte Werte deuten häufig auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hin – die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK):
Diese Antikörper beeinflussen die Schilddrüse und regen sie dazu an, mehr Hormone als nötig zu produzieren. Sie sind typisch für Morbus Basedow, eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Überfunktion führt.→ In besonderen Fällen können auch Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK) zur weiteren Abklärung hinzugezogen werden.
- Calcitonin:
Tumormarker u.a. für das medulläre Schilddrüsenkarzininom.
Mikronährstoffe mit Einfluss auf die Schilddrüse:
Neben den Hormon- und Antikörperwerten spielen auch bestimmte Spurenelemente und Nährstoffe eine wichtige Rolle für eine gesunde Schilddrüsenfunktion. Vor allem bei unklarer Symptomatik oder therapieresistenten Beschwerden sollten folgende Parameter mit in die Diagnostik einbezogen werden:
- Jod:
Essentiell für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Ein Mangel kann zu einer Unterfunktion führen, ein Überschuss bei entsprechender Veranlagung Autoimmunprozesse auslösen. Die individuelle Jodversorgung sollte – insbesondere bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen – differenziert beurteilt werden. - Selen:
Wichtig für die Umwandlung von T4 in das aktive T3 (durch das Enzym Dejodase) und für die Regulation entzündlicher Prozesse in der Schilddrüse. Selenmangel kann die Entstehung oder den Verlauf von Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto negativ beeinflussen. - Ferritin (Speichereisen):
Eisen ist notwendig für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Ein zu niedriger Ferritinwert kann die Hormonproduktion beeinträchtigen – auch wenn TSH, fT3 und fT4 im Normbereich liegen. Besonders bei Haarausfall, Müdigkeit oder Kälteempfindlichkeit sollte Ferritin mitbestimmt werden.
Ein Ultraschall der Schilddrüse (Sonographie), ist eine schmerzfreie Untersuchung, bei der die Schilddrüse mit Ultraschallwellen dargestellt wird. Dabei werden Größe, Form und Struktur der Schilddrüse beurteilt sowie eventuelle Veränderungen wie Knoten oder Zysten erkannt. Die Untersuchung ist strahlenfrei und dient der Früherkennung und Verlaufskontrolle von Schilddrüsenerkrankungen bei Funktionsstörungen der Schilddrüse. Auch Speicheldrüsen und Lymphknoten des Halses sind sehr gut mit dem Ultraschall darstellbar.
Das Wichtigste im Überblick
- Ziel: Das Erkennen von Vergrößerungen (Kropf/Struma), Entzündungen oder Gewebeveränderungen wie Knoten und Zysten.
- Ablauf: Sie liegen entspannt auf dem Rücken und überstrecken den Nacken leicht. Der Arzt trägt ein kühles Gel auf den Hals auf und führt den Ultraschallkopf mit leichtem Druck über die Haut.
- Dauer: Die Untersuchung dauert in der Regel nur 5 bis 10 Minuten.
- Sicherheit: Ultraschall arbeitet mit Schallwellen, nicht mit Strahlung. Die Untersuchung ist daher völlig unschädlich und kann beliebig oft wiederholt werden.
- Tastbare oder sichtbare Schwellungen: Wenn der Arzt bei der körperlichen Untersuchung eine Vergrößerung des Halses (Kropf/Struma) oder unregelmäßige Verhärtungen (Knoten) ertastet.
- Veränderte Laborwerte: Wenn die Blutwerte der Schilddrüsenhormone (wie TSH, fT3, fT4) auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hinweisen.
- Typische Beschwerden im Halsbereich: Bei anhaltendem Druck- oder Engegefühl („Kloß im Hals“), unklaren Schluckbeschwerden oder Heiserkeit ohne Erkältung.
- Verlaufskontrolle: Zur regelmäßigen Überprüfung bereits bekannter Befunde, wie etwa der Größe von Schilddrüsenknoten oder des Verlaufs von chronischen Entzündungen.
- Nachsorge: Zur Kontrolle nach einer Schilddrüsen-Operation oder einer Radiojodtherapie, um ein Wiederauftreten von Gewebeveränderungen rechtzeitig zu erkennen.
- Familiäre Vorbelastung: Wenn in der engen Verwandtschaft bereits Schilddrüsenkrebs oder stark ausgeprägte Knoten aufgetreten sind.
Vorbereitung
- Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein.
- Bitte tragen Sie am Untersuchungstag keinen Halsschmuck und Kleidung, die den Hals freilässt (z. B. keinen Rollkragenpullover).