Die arterielle Verschlusskrankheit bereitet den Betroffenen nicht nur Beschwerden in den Beinen, sondern sie ist auch eine wichtige Markererkrankung für andere Krankheiten, die durch eine Verkalkung der Schlagadern (Arteriosklerose) verursacht werden. So sterben Patienten mit pAVK im Durchschnitt 10 Jahre früher als Menschen ohne pAVK, meist an Herzinfarkten oder Schlaganfällen.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind, wie auch bei der koronaren Herzerkrankung, das Rauchen, die Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie), Übergewicht (Adipositas) und Bewegungsmangel. Dabei kommt es zu Verengungen (Stenosen) und Verschlüssen der Arterien in verschiedenen Bereichen (Hauptschlagader, Arm-, Becken-, Oberschenkel-, Unterschenkelarterien).
- pAVK steht für periphere arterielle Verschlusskrankheit. „Peripher“ bedeutet, dass die Gliedmaßen (meist die Beine, selten die Arme) betroffen sind. „Arteriell“ bezieht sich auf die Schlagadern (Arterien), die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper transportieren.
- Schaufensterkrankheit ist der umgangssprachliche Name für das zweite Stadium dieser Erkrankung. Da Betroffene beim Gehen wegen starker Muskelschmerzen regelmäßig stehen bleiben müssen, sieht es für Beobachter so aus, als würden sie gemütlich die Auslagen von Schaufenstern betrachten.
- Stadium I: Die Gefäße sind bereits leicht verengt, verursachen aber noch keine Beschwerden. Häufig wird die Erkrankung hier nur zufällig entdeckt.
- Stadium II (Schaufensterkrankheit): Es treten Schmerzen beim Gehen auf. Die schmerzfreie Gehstrecke wird im Verlauf immer kürzer.
- Stadium III: Die Durchblutung ist so schlecht, dass die Schmerzen auch in Ruhe auftreten, besonders nachts im Liegen. Oft hilft es Betroffenen kurzzeitig, das Bein aus dem Bett hängen zu lassen.
- Stadium IV: Es kommt zu sichtbaren Gewebeschäden. Kleine Wunden heilen nicht mehr ab, und es können offene Stellen oder Absterben von Gewebe (z. B. an den Zehen) entstehen.
- Rauchen (der mit Abstand größte Risikofaktor – umgangssprachlich spricht man im Spätstadium auch vom „Raucherbein“)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bluthochdruck
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Rauchstopp: Das Einstellen des Rauchens ist der wichtigste Schritt, um das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.
- Gehtraining: In den Stadien I und II ist regelmäßiges, tägliches Gehen bis zur Schmerzgrenze die beste Medizin. Dadurch lernt der Körper, kleine Umgehungskreisläufe (Kollateralen) zu bilden, um den Engpass selbstständig zu umgehen. Achtung: In den Stadien III und IV ist Gehtraining nicht mehr erlaubt!
- Sorgfältige Fußpflege: Da Wunden bei einer pAVK sehr schlecht heilen, sollten Sie Verletzungen an den Füßen strikt vermeiden. Tragen Sie bequemes Schuhwerk und lassen Sie die Fußpflege idealerweise professionell (medizinisch) durchführen.
- Medikamente richtig einnehmen: Ihr Arzt wird Ihnen Medikamente verschreiben, die das Blut flüssiger machen (z. B. ASS) und die Gefäße schützen (z. B. Statine zur Cholesterinsenkung).
- Das Gespräch und Abtasten: Der Arzt fragt Sie nach Ihren Schmerzen und fühlt den Puls an Ihren Füßen. Ist dieser schwach oder gar nicht tastbar, ist das ein erster wichtiger Hinweis.
- Der Knöchel-Arm-Index (ABI-Test): Dies ist die wichtigste Untersuchung. Der Arzt misst den Blutdruck an Ihren Armen und gleichzeitig an Ihren Knöcheln. Normalerweise ist der Druck fast gleich. Sind die Gefäße in den Beinen verengt, ist der Blutdruck am Knöchel deutlich niedriger.
- Ultraschall (Doppler-Sonographie): Mit einem Ultraschallgerät kann der Arzt den Blutfluss in Ihren Beinen hörbar machen und auf einem Bildschirm genau sehen, wo das Blut ins Stocken gerät.
- Bildgebung (MRT oder CT): Vor einer geplanten Operation wird oft eine Schichtaufnahme gemacht. Dabei wird ein Kontrastmittel gespritzt, um die Gefäße wie auf einer Landkarte exakt darzustellen.
Zu all diese Verfahren liegt eine große ärztliche Erfahrung in unserer Praxis vor.
- Blutplättchen-Hemmer (z.B. ASS oder Clopidogrel): „Blutverdünner“, damit das Blut leichter durch die Engstellen (Stenosen) fließen kann und sich keine Blutgerinnsel (Thromben) bilden.
- Cholesterinsenker (Statine): Sie senken nicht nur das LDL-Choleterin im Blut, sondern stabilisieren auch die arteriosklerotischen Kalkablagerungen in den Gefäßwänden, damit diese nicht Ausgangspunkt für Herzinfarkte oder Schlaganfälle werden.
- Ballondilatation: Über die Leiste wird ein winziger Schlauch (Katheter) bis zur Engstelle vorgeschoben. Dort wird ein kleiner Ballon aufgeblasen, der die Verkalkung beiseite drückt und das Gefäß wieder öffnet.
- Stent: Oft wird an dieser Stelle ein kleines Metallgitter (Stent) entfaltet. Es bleibt dauerhaft im Gefäß und hält es wie eine Stütze offen.
- Ausschälplastik: Der Chirurg öffnet das Gefäß ein kurzes Stück und entfernt die Kalkablagerungen direkt per Hand.
- Bypass-Operation: Das Wort „Bypass“ bedeutet Umgehung. Der Chirurg näht eine Umleitung um die verstopfte Stelle herum. Als Umleitung dient entweder eine körpereigene Vene (meist aus dem Bein) oder ein kleiner Kunststoffschlauch. Das Blut fließt dann um den Engpass herum.
Diese Untersuchung kommt zum Einsatz, wenn arterielle Durchblutungsstörungen als Ursache von Beinschmerzen (PAVK), typischerweise gehstreckenabhängig (Schaufensterkrankheit, Claudicatio intermittens, Raucherbein) abgeklärt werden sollen. Ferner ist sie unentbehrlich bei der Diagnostik von Beingeschwüren und Wundheilungsstörungen. Neben Rauchern kommt diese Form der (arteriellen) Durchblutungsstörung vor allem auch bei Diabetikern vor. Bei der Verlaufskontrolle nach Ballondilatationen und Bypassoperationen am Bein ist sie das diagnostische Verfahren der Wahl.
Kosten
GOP | Duplexsonographie der Beinarterien | Grundgebühr | Faktor | Summe |
410 | Ultraschall eines Organs | 11,66 € | x2,3 | 26,81 € |
420 | Ultraschall je Organ bis 3 Organe | 4,66 € | x3,5 | 16,32 € |
420 | Ultraschall je Organ bis 3 Organe | 4,66 € | x3,5 | 16,32 € |
420 | Ultraschall je Organ bis 3 Organe (erhöhter Zeitaufwand/Faktor durch Untersuchung von mehr als 8 Organen) | 4,66 € | x3,5 | 16,32 € |
401 | zzgl. Duplexverfahren (nicht bei 424) | 23,31 € | x1,0 | 23,31 € |
643 | Periphere Arterien- bzw. Venendruck- und/oder Strömungsmessung | 6,99 € | x1,8 | 12,59 € |
644 | Strömungsverhältnisse Extremitätenarterien bzw. -Venen mit direktionaler Doppler-Technik (einschl. graphischer Registrierung) |
10,49 € |
x1,8 |
18,89 € |
Summe | 130,56 € | |||
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